09, Sep 2018

Schönheitsideale im Laufe der Zeit


Jedes Jahrhundert hat seine eigenen Schönheitsideale

Schönheitsideale im Laufe der Zeit

Volle Lippen, schlanke Taille und lange Beine – so würden wohl Viele die Schönheitsideale unserer Zeit beschreiben. Doch das war nicht immer so. Man denke nur an Rubens und seine fülligeren Modelle. Wir sehen also: In verschiedenen Zeiten gab es immer wieder andere Vorstellungen davon, wie Schönheit auszusehen hat. 

Das Schönheitsideal im alten Ägypten

Denken wir an schöne Frauen im alten Ägypten fällt uns mit Sicherheit sofort Kleopatra ein. Und das ist auch kein Zufall. Denn die Herrscherin verkörperte mit ihren hohen Wangenknochen, der schlanken Taille und ihrer zierlichen Silhouette genau das, was zu jeder Zeit attraktiv war. Und übrigens auch nicht nur für Ägypter. Denn wie wir alle aus dem Geschichtsunterricht wissen, hat Kleopatra den  damaligen Herrscher des römischen Reiches, Caesar, verführt. Aus der Affäre soll sogar ein Sohn hervorgegangen sein. 

Interessant zu wissen: Es gibt kaum Belege dafür, dass es tatsächlich eine Liebesbeziehung zwischen Kleopatra und Caesar gab. Der Legende tut das jedoch keinen Abbruch. 

Die alten Griechen mochten es etwas fülliger

Ganz so schlank wie die Ägypter mochten es die Griechen nicht. Eine Frau musste, um als echte Schönheitskönigin durchgehen zu können, schon das ein oder andere Pfund auf den Rippen haben. Ein korpulenterer Körper war bei den alten Griechen ein Zeichen dafür, dass man wohlhabend war und damit der oberen Schicht angehörte. Der Grund ist einfach: Während des einfache Volk auf den Feldern schuftete, hatte die gebildete Oberschicht viel Zeit, sich mit Literatur und gutem Essen verwöhnen zu lassen und legten so ein paar Pfunde zu. Zusätzlich zu dem etwas fülligeren Körper bevorzugten die Griechen auch eine helle Haut. Die stand nämlich ebenfalls dafür, dass man sich im Gegensatz zu den Bauern nicht auf dem Feld abmühen musste, sondern sich im Schatten aufhalten und seinen Freizeitbeschäftigungen nachgehen konnte. 

Das Schönheitsideal der Renaissance

In der Renaissance geht es um die Rückbesinnung auf das antike Erbe. Die Schriften der alten Griechen und Römer, die während des gesamten Mittelalters nicht beachtet wurden, werden jetzt wieder gelesen. Aber auch auf anderem Gebiet orientiert man sich sehr an den antiken Vorbildern. Sie ahnen

 es vielleicht schon: Im Bezug auf das Schönheitsideal. 

Auch in der Renaissance galten die Frauen als besonders schön, die deutliche weibliche Rundungen hatten und auch die Hautfarbe musste der der antiken Oberschicht entsprechen: Helle, möglichst weiße Haut galt als besonders perfekt und erstrebenswert. 

Ende des 19. Jahrhunderts: Das schwache Geschlecht wird schwach

Ein nicht ganz so einfach zu erreichendes Schönheitsideal galt Ende des 19. Jahrhunderts für die Frauen: Sie sollten durchaus ausgeprägte weibliche Rundungen haben, die Taille musste dabei aber sehr schmal und vor allem auch weit oben liegen. Nur die wenigsten Frauen waren von Natur aus mit einer derartigen Sanduhr Figur gesegnet und so mussten sie nachhelfen. Das Mittel der Wahl: Korsett. Einige Damen übertrieben es aber in ihrem Streben nach einer möglichst schmalen Taille und schnürten das Korsett so eng, dass sie kaum noch atmen konnten. Das Ergebnis: Ohnmachtsanfälle am laufenden Band. 

Das Schönheitsideal heute?

Heute treffen wir sowohl sehr schlanke Frauen, die dem ausgemergelten Heroin-Schick von Kate Moss sehr nahe kommen, auf der anderen Seite aber auch sehr weibliche Frauen, mit fast schon extremen Rundungen wie Kim Kardashian. 

Kurzum, ein allgemeingütiges Schönheitsideal gibt es heute nicht. Vielleicht kann man es auf die Formel bringen, dass Frauen dann als schön gelten, wenn sie sich in ihrer Haut wohl fühlen. Das strahlen sie dann nämlich auch nach außen aus. Somit könnte man Body positivitiy als Schönheitsideal unserer Zeit nennen – und das ist doch sehr erfreulich. ‚

Fotonachweis: Fotolia edwardderule